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Das Geheimnis der Westghats – die Glowing Forests

Nur wenig bezeugt und noch seltener dokumentiert verbirgt sich innerhalb der Westghats, einer Gebirgskette im Westen Indiens am Rande des Dekkan-Plateaus, ein faszinierendes und atemberaubendes Naturspektakel, welches den Wald jedes Jahr für wenige Woche verzaubert.Dass ein solches Spektakel gerade hier auftritt, ist nicht gerade verwunderlich. Die Pflanzen- und Tierwelt der Westghats ist unglaublich vielfältig und teilweise einzigartig in der Welt, was die Westghats zu einem UNESCO Weltkulturerbe macht. Es erstreckt sich über 1.600 km entlang der indischen Westküste und beheimatet unzählige Tierarten, wie den schwer vorzufindenden schwarzen Panter, die größte Anzahl wild lebender Elefanten Asiens oder sogar bisher noch unentdeckte Spezies.

Zur eindrucksvollen Fauna hinzu kommen geografische Besonderheiten. Der von Westen eintreffende Monsun wird von der Bergkette aufgehalten, weshalb sich die wasserreichen Regenwolken über den Westhängen der Westghats abregnen. Innerhalb der dichten Wälder entsteht so ein feucht-warmes Klima mit besonders fruchtbaren Böden, weshalb die Westghats ein sehr altes Siedlungsgebiet sind. Dies hat aber leider auch dazu beigetragen, dass die ursprüngliche landschaftliche Form zum Großteil nicht mehr erhalten ist. Viele neu entstehende Nationalparks und Schutzgebiete sollen dem entgegenwirken und ermöglichen es damit auch, die Wälder in Einklang mit den geografischen Eigenschaften zu besichtigen.

Aufgrund der langen Siedlungskultur finden sich neben den reizvollen landschaftlichen Aspekten hier einige der frühesten Zeugnisse der buddhistischen Höhlenarchitektur. Ebenso bei einer Reise dorthin nicht zu missen ist einer der frühesten freistehenden Tempel Indiens bei Talagunda, der sich nicht weit entfernt von den Westghats befindet.

Doch das größte Geheimnis dieser Wälder enthüllt sich des Nachts – jedoch nur zu bestimmten Zeiten und mit viel Glück im Gepäck. Während der Monsunzeit, von Juni bis Oktober, ist es möglich diesen regendurchnässten Wald in einem fast jenseitigen Licht erleuchten zu sehen. Doch es ist nicht der Wald selbst, der glüht, sondern ein bestimmter biolumineszenter Pilz, der auf verrottenden Zweigen und Baumrinden wächst. Ein bisher noch unerforschter Twist im Plan der Natur ermöglicht es manchen Pilzarten in der Dunkelheit zu leuchten, um so den Wald in ein beinahe gespenstisches Licht zu tauchen.

Zwar kommen biolumineszierende Pilze auch in anderen Orten der Welt vor, doch nur hier wurde das Phänomen während des Leuchtens bisher gesichtet. Im Gegensatz zu lumineszierendem Wasser, Meereslebewesen oder Glühwürmchen ist es bisher noch unklar, wieso der Pilz grünlich glimmt. Dabei ist er nicht der einzige. Es wird angenommen, dass es bis zu 100.000 dieser Art geben soll. Abhängig von der Intensität des Monsuns und der Feuchtigkeit im Boden ist die Wahrscheinlichkeit dieses Phänomen zu betrachten am größten im September und Oktober.

Unbestreitbar machen die kleinen Besonderheiten dieses Gesamtwerk zu einem Reiseziel nicht nur für Wanderer, Naturliebhaber und Touristen auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, sondern auch für all diejenigen, die etwas Außergewöhnliches sehen wollen. Des Nachts werden die Westghats mit seiner hügeligen, immergrünen und feuchten Landschaft zu einer anderen Welt. Denn dann erwacht der Großteil der Bewohner – inmitten der grünlich leuchtenden, seltenen Pilze. Die Wahrscheinlichkeit dieses Naturspektakelt beobachten zu können ist zwar gering und es gibt keine Garantie – aber einen Versuch ist es zweifellos wert!

 

 

 

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