Feminism, Gender und Feminismus, Recommended

Wonderwoman – A Sign of Female Power? Teil I

Eigentlich wollte ich ja nur einen Blogpost zu Wonderwoman schreiben. Nein, nicht wegen des Films, der Donnerstag erscheint, sondern schon seit Monaten. Wie ihr vielleicht hier gelesen habt, war ich bis dato ein kleiner Superhelden-Junkie (allen voran Superman). Deshalb hatte ich auch letzten Sommer in der Uni (Seminar „Religion und Populärkultur“) ein Referat über Religion und Superheld*innen gehalten. Vor diesem Referat waren weibliche Superheldinnen einfach so gar nicht mein Fall. Vielleicht ein bisschen Supergirl. Letztes Jahr kam ja auch die neue Serie raus (für die beste Szene bitte einmal hier klicken). Vielleicht mochte ich sie aber nur deshalb, weil sie ja irgendwie zu Superman gehört. Aber Wonderwoman? Iih, bäh, langweilig!

Bis ich mich aufgrund des Referates ein bisschen tiefer in die Materie hineingraben musste… und mehr fand als eine langbeinige, großbusige, dunkelhaarige Amazone. 

Genau dieses mehr ist der Grund dafür, dass ein Blogpost zu Wonderwoman auch einfach nicht ausreichen wird.

Da bei mir ja aber immer die Gefahr besteht, abzudriften, versuche ich mich heute wirklich auf einen Aspekt zu beschränken und die Frage zu beantworten: Wonderwoman – eine feministische Origin-Story?

So weit ich das bisher aus den Trailern sehen konnte, ist die neue Wonderwoman auf der Kinoleinwand die filmische Umsetzung der Originalen Wonderwoman aus dem Jahr 1941 (DC Comics) (wie ich hier lesen konnte leider doch nicht ganz). Deren Origin-Story ist die folgende:

Diana, Tochter der früheren Herrscherin über Amazonia, lebte mit den anderen Amazonen (Kämpferinnen) auf der Isle of Women abseits der patriarchalischen Kultur (die Geschichte ist angelehnt an die griechische Mythologie und weist einige Überschneidungen vor – dazu an anderer Stelle mehr). Warum frühere Herrscherin? Herkules besiegte Dianas Mutter im Kampf, nahm ihr ihre Magie und zwang alle Amazonen in die Sklaverei der Männer. Bis eines schicksalhaften Tages Captain Steve Trevor (US Army – Story spielt während des 2. Weltkrieges) einen Flugzeugabsturz erlitt und auf der Insel bruchlandete. Diana fand ihn, rettete und verliebte sich in ihn. Leider jedoch befahlen die Götter nach Anrufung von Dianas Mutter Steve müsse zurück nach Amerika um die gegen die Bösen in der Welt zu kämpfen. Allerdings wiesen sie ihn auch an die stärkste und weiseste der Amazonen mitzunehmen. Bei dem daraufhin stattfindenden Wettstreit sollte eben ermittelt werden, welche Amazone als Botschafterin in die Welt der Menschen entsandt wird. Dianas Mutter verbot ihrer Tochter, daran teilzunehmen, doch in einer Verkleidung gewann sie den Wettkampf – und wurde so zum Frust ihrer Mutter Wonder Woman. Zusätzlich dazu, dass eine Mutter oftmals ihre Kinder nicht so leicht gehen lassen will, hat dieser Frust noch andere Gründe: Diana verließ ihre Heimat für die Liebe. Und damit verlor sie auch ihre Unsterblichkeit. Und das mit dem Ziel das einzige Land zu retten, in dem Demokratie herrsche und es eine Gleichberechtigung der Frau gebe: die USA.

Ihr erkennt die Ironie oder? 😉

Auch wenn gerade dieser Punkt oftmals negativ und als Unterordnung von WonderWoman, als Abschwächung und Gefühls-duslig-machung einer Superheldin gesehen wird: Ist nicht gerade Liebe ein legitimer Grund Dinge aufzugeben? Zeigt genau diese Handlung nicht eigentlich von Stärke? Kritik anzumerken wäre deshalb eigentlich nur, dass viele männliche Superhelden genau das nie getan haben. Ach nein wartet – Superman hatte einmal seine Kräfte für die sterbliche Liebe seines Lebens Lois Lane aufgegeben. Leider ist danach die Welt zugrunde gegangen (upsi) und er musste ein paar Mal um die Welt fliegen, damit sie sich rückwärts dreht und die Zeit umgekehrt wird (alles klar^^). Die große Aufopferung für die Liebe war Superman also nicht möglich – so ein Mist aber auch! Aber wieso sollte WonderWoman das dann nicht auch dürfen?

Und: Mal ganz abgesehen von der offensichtlichen Standortgebundenheit des Erfinders von WonderWoman und damit seines kritisierbaren Bildes von Amerika: Für die Gleichberechtigung von Frauen* zu kämpfen wäre definitiv auch mein Ziel, wenn ich Superheldin wäre! 

Klingt nach guten Voraussetzungen oder? Was an Ideen und Geschlechterbildern dahinter steckte, wie WonderWoman rezipiert und stilisiert wurde und was der neue Film bald draus machen wird – das sind die vielen Gründe, warum ein Blogpost einfach nicht ausreicht!

 

Die nächsten Posts (Links werden ergänzt, sobald sie gepostet sind):

Teil II: William Marston – ein feministischer Zeichner?

Teil III: Geschlechterbilder in Comics – wie soll denn Identifikation überhaupt möglich sein?

Teil IV: WonderWoman und Feminismus – Warum Populärkultur wichtig ist

Teil V: WonderWoman und Religion – wieso hab ich eigentlich ein Referat in Religionswissenschaft darüber gehalten?

Teil VI: Unsere Vorstreiter*innen und der Begriff des „Feminismus“ – die WonderWomans der Geschichte

 

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