Wissenschaftler*innen in die Öffentlichkeit!

Nicht nur die Tatsache, dass ich heute unter anderem Dr. Michael Blume (Hier zum Blog) in einer Podiumsdiskussion sehen und hören durfte, der sich im allgemeinen sehr um die Übersetzung religionswissenschaftlicher Fragestellungen und Problematiken in den gesellschaftlichen Diskurs bemüht; nicht nur der Lesekreis heute Abend, in dem wir uns jeden Mittwoch mit den Denkern (sic!) der Neuen Rechten beschäftigen; nicht nur ständige Diskussionen über Feminismus und Judith Butler; nicht nur andauernde Rechtfertigungen vor einigen Familienmitgliedern, warum ich denn so was total sinnvolles wie Religionswissenschaft und Gender History studiere; nein: alles zusammen bringt mich zu diesem Appell! Wissenschaftler*innen, ab mit euch in den öffentlichen Diskurs!

Nicht nur, dass es niemandem nützt, wenn wir alles in geschlossener Gesellschaft in unserem pseudo Elfenbeinturm diskutieren; nicht nur, dass, wenn wir uns nicht selbst erklären, es andere stattdessen (falsch) tun. Nicht nur, dass ich immer noch an einen wissenschaftlichen Ethos glaube, der nicht „Wissen“, sondern Kritik anbringt.

Wem nützt denn die Wissenschaft, wenn sie sich nicht mit der Gesellschaft beschäftigt? Und eine Wissenschaft, die sich mit der Gesellschaft beschäftigt, muss fähig sein, die Sprache der Gesellschaft nicht nur zu verstehen, sondern auch sprechen zu können.

Dabei geht es mir nicht nur (aber auch) darum, Bachelor Studierende mitzunehmen, sondern vor allem darum, anderen nicht die Bühne zu überlassen, sondern (in Elle Woods Worten) die eigene Stimme sprechen zu lassen. Oder in Butlers Worten: lasst uns die Worte zurücknehmen, die von den anderen eingenommen wurden.

Lasst uns die wissenschaftliche Deutungshoheit zurückholen, aber lassen wir dabei den Elfenbeinturm zurück!

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